Verbinden und Vertreten – Das Queer Referat stellt sich vor

©Lena Redepenning

Das Queer-Referat der Studierendenvertretung der LMU stellt sich vor. Wer sind wir? Was sind unsere Anliegen und Ziele? Warum sollten Vielfalt, Respekt und Anti-Diskriminierung an der LMU mehr Gehör finden?

©Lena Redepenning

Ein Gastbeitrag von Alexander Sobieska, Referent des Queer-Referats der Studierendenvertretung der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Ein Anliegen lebt durch die Menschen, an deren Herzen es liegt. Wie bei jeder Organisation oder Bewegung sind es Menschen, die Ideen und Forderungen mit Leben füllen und öffentlich machen. Wir, das Queer-Referat der Studierendenvertretung der LMU, wollen uns daher vorstellen – wer wir sind, was wir machen und warum es uns braucht.   

Unser Referat ist zwar durch Menschen aktiv, hat jedoch noch eine andere Existenzberechtigung als den bloßen Aktivismus: Queere Menschen – also Menschen, die lesbisch, schwul, bi, trans*, inter*, nicht-binär oder vieles mehr sind – existieren in allen Lebensbereichen um uns herum. Dies gilt auch für Einrichtungen wie Hochschulen. Besonders an einer großen Universität wie der LMU sind diese Menschen quasi „an jeder Ecke zu finden”. Sie bilden eine nicht zu vernachlässigende Gruppe, die – folgt man den Schätzungen verschiedener Wissenschaftler*innen – irgendwo zwischen 1530 und 5100 Studierenden liegen dürfte. Jenseits von Zahlen und Statistiken liegt jedoch Aufgabe und Ziel des Queer-Referats darin, die Anliegen, Probleme und Wünsche dieser Studierenden zu vertreten. Konkret heißt das, dass wir in unserem Selbstverständnis unsere Hauptaufgabe darin sehen, eine Perspektive in den hochschulpolitischen Diskurs einzubringen, die oftmals fehlt: die Perspektive der Menschen, die nicht in die Cis-/Heteronormativität einordbar sind und Situationen im Uni-Alltag, in Verwaltungsabläufen, Vorlesungen oder Prüfungen aufgrund ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität anders wahrnehmen.   

Viele Ebenen – Von der Arbeit zwischen Sozialem und Hochschulpolitischem

Unsere Hauptaufgabe ist gewissermaßen das Verbinden verschiedener Ebenen: Durch soziale Veranstaltungen wie die Queer Hour, die auch trotz der gegenwärtigen Situation weiterhin online stattfindet, verbinden wir Studierende untereinander, sind gemeinsam aktiv im Ausarbeiten von Initiativen oder Beschlüssen und tauschen uns (manchmal auch absolut unpolitisch) aus. Diese individuelle Ebene verbinden wir mit der hochschulpolitischen – im Konvent der Fachschaften bringen wir Anträge ein (etwa zu geschlechterinklusiver Sprache und geschlechterneutralen Toiletten), sind im Kontakt mit anderen Stellen und Verwantwortungsträger*innen der Universität, informieren über unsere Anliegen und ihre Relevanz und schaffen so Aufmerksamkeit. Besonders wichtig ist dabei auch unsere Aktivität in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram, wo wir nicht nur über unsere Arbeit informieren möchten, sondern Menschen aktiv anregen wollen, sich mit dem queeren Leben an der LMU auseinanderzusetzen und vielleicht selbst einmal zu einer unserer Veranstaltungen zu kommen.  

Es bleibt noch viel zu tun!

Man mag sich vielleicht bereits gedacht haben, dass das nach viel Papierkram, Terminvereinbarungen und Meetings klingt, doch ist das nur eine Seite der Medaille. Es stimmt wohl, dass man, will man Menschen in verschiedenen Positionen für die Belange queerer Studierender sensibilisieren und zusammen Lösungen entwickeln, viel reden muss. Die andere Seite ist wohl, dass wir es auch als unsere Aufgabe verstehen, einen Raum für queere Studierende zu ermöglichen, in dem man sich kennenlernen, austauschen, ins Gespräch kommen kann. Gerade für junge Menschen, in deren Leben der Wechsel an die Uni oftmals mit Selbstfindung und Coming-Out kollidiert, sehen wir unsere Aufgabe nicht nur als (hochschul-)politisch, sondern auch sozial.   

Seitdem wir im Wintersemester 2019 mit der Neuausrichtung des Queer-Referats begonnen haben, hat sich einiges getan und mit Freude können wir sagen, dass wir in dieser Zeit auf „offene Arme“ gestoßen sind. Gerade in einer Zeit, in der die Polarisierung – geht es um Themen wie geschlechtergerechte Sprache oder Diskriminierung – voranschreitet, arbeiten wir mit verschiedenen Menschen und Stellen daran, die LMU zu einem Ort der Vielfalt, des Respekts und der Diversität zu machen. Vieles dafür ist schon getan, doch ist dies wohl eher ein Marathon als ein Sprint. Und diesen Marathon läuft man nicht allein – unsere Anliegen sind auch gleichzeitig die Anliegen, die Menschen, die unsere Veranstaltungen besuchen, uns schreiben und sich so einbringen.   

Ihr wollt mitlaufen, habt Ideen für Initiativen, Projekte oder Events? Oder ein Problem an der LMU brennt euch auf dem Herzen? Oder ihr möchtet einfach nur mit anderen queeren Studis ins Gespräch kommen? Dann würden wir uns freuen, wenn ihr eine unserer Veranstaltungen besucht – alle Informationen findet ihr über unsere Website, auf Facebook oder Instagram.

 

Unter #QueerOnCampus schreiben Studierende des Queer-Referat der Studierendenvertretung der LMU über LGBTQ+ und andere Themen, die queere Personen im Zusammenhang mit München und dem Studium betreffen. Für die Inhalte sind allein die jeweiligen Autor*innen verantwortlich. Alle Beiträge der Serie hier nachlesen.