#KlimaCampus: Offene Klima-Uni für alle!

Eine offene Klima-Uni für alle: Symbolisch halten die Students for Future eine öffentliche Klima-Vorlesung draußen vor der LMU ab © Foto: Charlotte Franz

Vom 25. bis 29. Mai haben die Students for Future deutschlandweit ein Klima-Programm auf die Beine gestellt, das seinesgleichen sucht: Vorlesungen, Seminare, Vorträge, Science Slam, Abschlussparty – alles komplett digital, alles rund um das Thema Klimagerechtigkeit und offen für alle. Ein Bericht zur Lage in München.

Eine offene Klima-Uni für alle: Symbolisch halten die Students for Future eine öffentliche Klima-Vorlesung draußen vor der LMU ab © Foto: Charlotte Franz

Ein Gastbeitrag von Students for Future München

Montag, der 25. Mai: Auf dem Geschwister-Scholl-Platz vor der LMU herrscht reges Treiben. Seit das Corona-Virus die Klimastreiks auf den Straßen Münchens lahmgelegt hat, ist es das erste Mal, dass wieder grüne Klima-Banner vor dem Hauptgebäude der LMU wehen. Transparente werden ausgerollt, das größte mit Wasserflaschen und Rucksäcken an dem ikonischen Brunnen des Platzes befestigt. Darauf ist zu lesen: „UNITE BEHIND THE SCIENCE“ – das Motto der Students for Future (StuFF), die als Untergruppe der Klimabewegung Fridays for Future den Kampf für Klimagerechtigkeit an die Hochschulen und Universitäten tragen.

Was war hier los am 25. Mai? Die Students for Future München leiteten die zweite Public Climate School (PCS) ein, die in der Woche vom 25. bis 29. Mai in München und deutschlandweit in über 16 Städten stattfand. Durch die Corona-Situation musste die PCS komplett in den digitalen Raum verlegt werden: Über 500 Mitwirkende haben einen fünftägigen YouTube-Livestream auf die Beine gestellt, von morgens bis abends gefüllt mit Vorlesungen, Vorträgen, Seminaren und Kulturprogramm rund um das Thema Klimagerechtigkeit. Allein am ersten Tag hatte die Website von Students for Future Deutschland über 15.000 Klicks.

Allein am ersten Tag 15.000 Klicks

Die Beiträge lieferten in den meisten Fällen Dozierende und Professor*innen, die ihre regulären Lehrveranstaltungen in dieser Woche thematisch auf Klimagerechtigkeit ausrichteten. In München gab es fast 50 Veranstaltungen zusätzlich zum bundesweiten Livestream, so viel wie in keiner anderen deutschen Stadt. „Wir haben schon bei der letzten PCS ein unfassbar positives Feedback von den Dozierenden bekommen“, erzählt Franziska von StuFF München, die federführend an der Organisation der PCS beteiligt war. „Auch bekannte und sehr beschäftige Professor*innen und Dozierende, wie Prof. Julia Pongratz, die physische Geographie lehrt, oder Prof. Harald Lesch haben sich für uns Zeit genommen und uns tatkräftig unterstützt. Von Geographie, Physik bis zu Theologie waren diverse Fachbereiche dabei.“ Auch die liefen vollständig digital ab, über Zoom oder andere Tools der Online-Lehre.

Die Public Climate School ist eines der Kernprojekte der Students for Future, die sich bundesweit dafür einsetzen, dass sich die Hochschulen in der Klimadebatte klar positionieren © Foto: Tobias Würz

Bei der PCS-Auftaktveranstaltung am Montag hielten die Students for Future vor dem LMU-Hauptgebäude eine symbolische Vorlesung außerhalb der Hochschulmauern ab: mit Stühlen, Bannern und Mikrofon verlegten sie ihren Hörsaal nach draußen, aus der Uni heraus und auf die Straße, wo jede*r zuhören und etwas lernen kann. Die offene Vorlesung, die zeitgleich auch in anderen Städten wie Kiel, Saarbrücken und Dortmund stattfand, stand als Symbolbild für die PCS: Die Klimawissenschaft soll aus den Hochschulen hinaus und unter die Menschen getragen werden, um alle am aktuellen Stand der Forschung teilhaben zu lassen und über die Dringlichkeit der Klimakrise zu informieren. Die Veranstaltungen der PCS waren deshalb offen für alle, explizit auch für Nicht-Studierende.

Die Public Climate School im Sommersemester 2020 ist mittlerweile zu Ende – und jetzt? Hat sich dadurch die Klimapolitik verändert? Natürlich nicht. Aber zahlreiche Studierende haben einmal mehr erfahren, wie wichtig und grundlegend das Thema Klima ist. Es wird uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten begleiten, durchs Studium hindurch bis in den Job. StuFF versteht es auch als seine Aufgabe, Kommiliton*innen aller Fachbereiche für Klimaschutz langfristig und nachhaltig zu sensibilisieren – mit der zweiten Public Climate School 2020 ist ein weiterer Schritt getan. Es wird nicht der letzte gewesen sein, stellt Kim von StuFF München klar: „Ob wir das wieder machen? Auf jeden Fall! Wir haben viele Ideen und noch sehr viel vor.“ Und bis dahin kann man sich die Beiträge der digitalen PCS ja noch nachträglich auf YouTube ansehen.

 

Unter #KlimaCampus schreiben abwechselnd Aktivist*innen von Students for Future München und Klima brennt Uni brennt sowie Mitglieder der Umweltreferate von LMU und TUM über Umwelt- und Klimathemen im Zusammenhang der Münchner Hochschulen. Für die Inhalte zeichnen allein die genannten Organisationen verantwortlich. Alle Beiträge der Serie hier nachlesen.

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