Darstellung von schwuler Kultur im Film Moonlight

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2017 erhielt Moonlight den Oscar für den besten Film. In diesem Artikel geht es darum, wie schwule Kultur in Moonlight dargestellt wird und inwiefern mehrfache Marginalisierung ins Spiel kommt.  

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Von Alina Neuper

Mehrfach marginalisierte Menschen haben es in der Welt oft nicht einfach. Wie sich dies auf ein Individuum auswirken kann, wird im 2016 erschienenen Film Moonlight verhandelt. Der Regisseur Barry Jenkins zeigt hier anhand von 3 Entwicklungsstufen das Leben von Chiron, der schwul und schwarz ist. 

Triggerwarnung: Im folgenden Artikel wird es um queerspezifische Gewalt gehen

Little 

Der Film startet mit dem Part „Little“, es wird ein kleiner Junge namens Chiron vorgestellt. In der Schule wird er von den anderen Kindern gemobbt wird und muss zuhause mit seiner cracksüchtigen Mutter klarkommen. Nur sein Klassenkamerad Kevin ermutigt ihn, sich zur Wehr zu setzen. Eines Tages findet der Drogendealer Juan ihn und nimmt ihn zu sich. Er hilft ihm auch seine sexuelle Identität besser zu verstehen, indem er ihn darin bestärkt, dass es nicht schlimm ist, schwul zu sein.

Das Wort „faggott“ wurde in der Schule von einem anderen Jungen benutzt, um ihn zu mobben, obwohl er selbst noch gar nicht wusste was es richtig bedeutet. 

Chiron

Im zweiten Teil, namens Chiron ist er im Teenager Alter und sammelt seine ersten sexuellen Erfahrungen mit seinem Freund Kevin. Die beiden treffen sich eines Abends zufällig am Strand und sprechen neckisch über das Leben, bis sie sich intensiv anschauen und plötzlich küssen. Es gibt keine musikalische Untermalung und die Kamera fokussiert sich auf die Gesichter der beiden. Bis es zum Kuss kommt, sind sie kumpelhaft miteinander. Denn die beiden unterliegen noch stark den gesellschaftlichen Erwartungen, was Männlichkeit bedeutet. Dabei ist Schwäche zeigen keine Option. Als schwarzer Mann in Amerika ist das Macho Klischee noch sehr prävalent, auch um zu überleben. 

Terrel, der Schulmobber stachelt Kevin dazu an, Chiron zu schlagen. Aus der Angst heraus, selbst als schwul dazustehen und durch den enormen sozialen Druck leistet er dem Folge. Er will das Stereotyp des starken schwarzen Mannes aufrecht halten. 

Black 

Der dritte Teil namens Black macht einen Sprung in die Zukunft, 10 Jahre später. Er ist das klassische Bild eines Drogendealers geworden, mit schweren Goldketten und grillz. Eines Tages sehen sie sich wieder als Chiron ihn bei seiner Arbeit im Diner besucht. Als Kevin ihn fragt, ob er einen Partner hat, gibt er zu, dass Kevin der einzige Mensch ist, den er je geküsst hat. Eine vermisste Chance Seine harte Schale, die er sich aufbauen musste, wird gebrochen. Der Film zeigt auf, dass Schwarzsein und Schwulsein sich nicht ausschließen müssen und appelliert an eine neue Sensibilität für besonders schwarze Männer in Amerika. 

Schauen könnt ihr den Film zum Beispiel bei Prime, Sky und Apple TV. 

Unter #QueerOnCampus schreiben Studierende des Queer-Referat der Studierendenvertretung der LMU über LGBTQ+ und andere Themen, die queere Personen im Zusammenhang mit München und dem Studium betreffen. Für die Inhalte sind allein die jeweiligen Autor*innen verantwortlich. Alle Beiträge der Serie hier nachlesen.