Monet, Manet und die sozialen Medien

Beim Tweetup #impressMuc in der Neuen Pinakothek spinnen Studierende der Kunstgeschichte spannende Geschichten rund um den Impressionismus

Von Julian Stalter

Heiß war es an jenem Tag. In den Pariser Vororten stand die Luft, eine staubige Mischung aus dem Rauch der Fabriken und dem Schmutz der Straßen. Auf der Suche nach Erfrischung pilgerten die Bürger zu den Seen und Flüssen. Doch was trieb dort an ihnen vorbei? Eine Barke, auf der ein bärtiger Mann mit Strohhut und Staffelei saß. Eine Ungeheuerlichkeit für die damalige Zeit, hatten doch Künstler ihr Atelier nicht zu verlassen!

Was dort als Gemälde in der Neuen Pinakothek an der Wand hängt, stellt nichts weniger als einen Wendepunkt in der Kunstgeschichte dar: das Bild „Die Barke“ von Manet ist eines der ersten Zeugnisse, das einen Künstler im Freien zeigt. Jahrhunderte hatten die Hofmaler und Porträtisten in ihren staubigen Ateliers aus dem Gedächtnis gemalt. Erst die Impressionisten malten „en plein air“, wie es mit dem französischen Fachbegriff heißt. So konnten sie Lichteffekte und Farben im gleichen Moment auf die Leinwand bringen. Und so kam auch der breitere, skizzenhafte Pinselstrich zustande, der sie so deutlich von den Akademiemalern der Vergangenheit unterschied.

Digital Storytelling

Es sind spannende Geschichten wie diese, die auf Gemälden nur darauf warten, entdeckt zu werden. Hinter den Personen und Motiven stecken Anekdoten aus vergangenen Zeiten, spektakuläre Neuentdeckungen und auch mal Altbekanntes mit Aha-Effekt. Aber viele dieser Geschichten verstecken sich in Bibliotheken und wissenschaftlichen Aufsätzen – bei einem normalen Museumsbesuch ist es gar nicht so leicht, diese aufzustöbern. Um sie verständlich und möglichst auf dem neuesten Stand der Technik vermittelbar zu machen, haben sich nun Studierende der Kunstgeschichte und ihre Lehrbeauftragte Tanja Praske zusammengefunden und planen nichts weniger als „Digital Storytelling“ in die heiligen Hallen der Neuen Pinakothek zu bringen

Ein analog-digitales Werkstattgespräch

Wir experimentieren mit Apps wie Giphy, Face App, Tweets und einem eigenen Instagram-Channel. In den letzten Wochen hat die Gruppe schon einiges in Bewegung gebracht, nachzulesen auf Twitter unter #digKV und auf der Facebook-Seite “Kunst trifft Social Media”. Am 12. Juli um 18:30 Uhr präsentieren wir unsere Stories bei einer etwas anderen Führung durch die Impressionismus-Abteilung in der Neuen Pinakothek. Via Tweets und Instagram tragen wir Gesehenes und Gehörtes in den digitalen Raum hinein, wie bei einem Tweetup. Dabei sein kann jeder bei Twitter und Instagram unter dem Hashtag #impressMuc!

10 Teilnehmer für #impressMUC gesucht

Zehn engagierte Kunstliebhaber können sich für das Werkstattgespräch #impressMUC anmelden und mitmachen. Wir plaudern über ausgewählte Werke der Impressionisten und wer mag, kann mit uns im digitalen Raum via Tweets, gifs, Face App etc. spielen. Für die Teilnehmer ist der Museumseintritt kostenfrei. Im Anschluss des Tweetups lassen wir den Abend gesellig ausklingen und die Geschichten weiterspinnen – wir freuen uns auf Dich!

Interessenten melden sich bitte unter Angabe eigener Social-Media-Accounts unter folgender E-Mail an: impressmuc@web.de

Fakten zu #impressMUC
Wann: Mittwoch, 12.7.2017 um 18:30 Uhr
Wo: Neue Pinakothek, Barer Str. 29, 80799 München
Treffpunkt: Kasse Neue Pinakothek, um 18:15
Hashtag: #impressMUC
Anmeldung erforderlich unter E-Mail: impressmuc@web.de
Eintritt frei für Teilnehmer von #impressMUC