München

Eindrücke von der Gamescom 23

Die Gamescom ist das weltgrößte Event rund um Computer- und Videospiele und Europas größte Business-Plattform für die Games-Branche. Eindrücke und Impressionen von unserer Autorin Marlene.

Foto: Koelnmesse / gamescom / Autor

Von Marlene Beilharz

Die größte Computerspiel-Messe

Zum ersten Mal besuchte ich die Gamescom in Köln. Die Gamescom ist das weltgrößte Event rund um Computer- und Videospiele und Europas größte Business-Plattform für die Games-Branche. Firmen aus der ganzen Welt stellen dort ihre Spiele aus. Als begeisterte Computerspielerin bin ich für zwei Tage aus München angereist, um an diesem Event teilzunehmen. 320.000 Besuchende aus über 100 Ländern waren dieses Jahr live dabei, Millionen von Menschen verfolgten die Messe digital.

Veranstaltungen und Ausstellende 

Mit Diskussionen, Workshops, Turnieren, Vorträgen, Konzerten, Cosplay-Wettbewerb und vor allen Dingen vielfältigen Möglichkeiten zum Ausprobieren der neuesten Spiele fand die Messe statt. Einige große Firmen wie z.B. Electronic Arts (EA) blieben der Messe fern. Dafür ist die Indie-Szene auf dem Vormarsch. In der Indie Arena Booth konnte man mehr als 130 Spiele ausprobieren und kennenlernen. Außerdem gab es hier die Möglichkeit mit Entwickler*innen zu sprechen und kleine Studios zu entdecken, die ihre neuesten Titel mit viel Spaß und Leidenschaft präsentierten. 

Allerdings hat die Spielebranche auch mit diversen Problemen zu kämpfen. Diese können finanzieller oder personeller Art sein, aber auch der Konkurrenz-Druck ist enorm. So präsentierte die erfolgreiche Münchener Firma Mimimi ihr letztes Spiel und schließt ihr Studio trotz Auszeichnung. Andere Studios knüpfen an bisherige Erfolge an: Die Münchener Firma Birnchen Studios zeigte ihr neuestes Game Minor Confrontations, in dem statt mit scharfer Munition mit Früchten geschossen wird. Das Berliner Studio Paintbucket Games, das auch für das Münchner NS-Dokuzentrum eine interaktive App entwickelte, stellte die Demoversion seines neuesten Serious Game The Darkest Files vor, in dem man gemeinsam mit dem Staatsanwalt Fritz Bauer Nazi-Verbrechen aufdeckt.

Accessibility 

Es geht zwar langsam voran, aber auch in der Computerspiel-Branche tut sich was in Sachen Inklusion: Microsoft präsentierte seinen Xbox Adaptive Controller an barrierefrei anfahrbaren Ständen. Mit dem Hori Flex Controller für die Nintendo-Switch konnte ich erstmals Mario Kart spielen. 

Leider waren die meisten Stände nicht mit dem Rollstuhl anfahrbar, beziehungsweise nicht für Testen mit Einschränkung ausgestattet. 

Wie jedes Jahr wurde der „Gaming-Ohne-Grenzen-Award“ verliehen. Dieser Preis zeichnet Videospiele aus, die sich besonders um ein barrierefreies Spielerlebnis bemühen. Dieser Preis ist sehr wichtig, da er Entwickler*innen einen Anreiz gibt, barrierefreie, oder wenigstens barrierearme Spiele zu entwickeln. Als begeisterte Gamerin (mit Körperbehinderung) bedaure ich allerdings, dass es eines Preises bedarf, um das Grundrecht auf Teilhabe umzusetzen.  Das Projekt Gaming ohne Grenzen beschloss die Gamescom23 mit einem Talk über barrierefreies Gaming, bei der wir als Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen (motorischer Einschränkungen, Rechenschwäche, Gehörlosigkeit, Blindheit usw.) unsere Probleme bei Videospielen und unsere Wünsche an die Spieleindustrie besprachen.

Ein tolles Event

Für mich waren die zwei Tage Gamescom ein tolles Ereignis. Ich würde mich über noch mehr Barrierefreiheit freuen (beispielsweise fehlt eine Toilette mit Lifter). Alles in allem hat sich der Besuch sehr gelohnt und ich habe viele neue Eindrücke mitgenommen.

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