Polemikóveganese

Foto: Pierre-Selim, www.creativecommons.org

Von Teseo La Marca

Veganer, das ist so eine Menschensorte, mit der es schwierig ist, klarzukommen. Oder kennt jemand vielleicht Veganer, die nicht zumindest ein bisschen hysterisch sind? Das Ausmaß der Hysterie kann stark variieren: Von leichter Launenhaftigkeit bis zur militanten Misanthropie ist alles dabei. Die interessante Frage dabei ist: Hat das Veganer-Dasein diese Menschen hysterisch gemacht oder hat die bereits vorhandene Hysterie sie erst zu Veganern gemacht? Klar: Wissenschaftlich wären beide Theorien nur schwer mit Beweisen zu unterlegen. Die meisten, die solche Ansichten über den Veganismus hegen, berufen sich lediglich auf empirische Erfahrung. Ein Beispiel davon soll bald folgen.

Zuerst aber gehört etwas Grundlegendes klargestellt: Nichts gegen Veganismus an sich! Ich gestehe ja offen, selbst ein großer Tierliebhaber zu sein (zwar wahrscheinlich nur deshalb, weil Tiere einem im Gegensatz zu Menschen nicht so penetrant auf den Geist gehen, aber das ist ja irrelevant). Die Sache ist nur die: Manche Veganer übertreiben’s einfach.

Einmal zum Beispiel begegnete ich einer veganen Studentin, die zum hysterischeren Schlag gehörte. Als ich ihr von der kleinen Maus erzählte, die frei in meiner Studentenwohnung herumlief, erörterte ich ihr auch meinen Plan, die Maus mit einer Falle einzufangen und irgendwo in einem Park wieder auszusetzen. Damit war ich überzeugt, vor ihr gut dazustehen – schließlich hätten andere einfach kurzen Prozess gemacht. Sie aber fauchte mich nur entsetzt an: „Die arme Maus! Die braucht doch auch Liebe und Zuwendung!“ Dass aber auch ein gewöhnlicher Mensch wie ich so was nötig hatte, darauf wäre sie nie gekommen.

An dieser Stelle ist es wohl überflüssig zu erwähnen, dass ich es bei dieser Veganerin, die übrigens ausgesprochen hübsch war, nie zu etwas gebracht habe. Aber wenigstens das Fleisch auf meinem Teller, das schmeckt mir nach dieser Geschichte noch viel besser.