Im Münchner Metropoltheater vollziehen Sebastian Kempf, Jakob Tögel und Andreas Lenz von Ungern-Sternberg eine persönliche Verneigung vor Jim Morrison. Deren Aufführung ist ein vielschichtiges Panorama, welches das Leben und Werk des Musikers miteinander verschmelzen lässt.
von Husham Fellaih; Bild © Metropoltheater München / Joel Heyd
An aller Anfang steht das Wort: In diesem Fall sind es leise Tonmitschnitte von Personen aus Morrisons Leben, sowie nicht zuletzt ihm selbst, welchen das Publikum gebannt lauscht. Gedimmtes Licht und leise Musik ergänzen den Anfang der 80-Minütigen Premiere. Morrisons exzentrische Persönlichkeit, sowie nicht zuletzt sein kurzes, aber bewegendes Leben sind der Ausgangspunkt.
In dieser Aufführung bilden die kurzen abgespielten Zitate Jim Morrisons und ihm nahestehender Personen (es handelt sich vor allem um Mitglieder der Band The Doors, deren Frontmann er war) zusammen mit unzähligen teils kultigen Liedern aus Morrisons Zeit bei den Doors und Ausführungen über den Lebens- und Leidensweg Morrisons eine Trias. Leben und Werk sind hierbei eng miteinander verzweigt, ja eigentlich nicht voneinander zu trennen, denn sie erzählen eine Lebensgeschichte, nicht aufeinander folgend, sondern in ständigem Wechsel der Perspektiven.
Morrisons kurzes Leben war, und das wird durch Erläuterungen über die Entstehung seiner Lieder deutlich gemacht, nicht nur von seiner Kreativität und enormen Schaffenskraft als Musiker geprägt. Die bei ihm deutlich werdende tiefe Liebe zur Musik und Identifikation mit ihr ist nur die eine Seite. Der Mensch Jim Morrison, welcher eine schillernde Figur der späten 1960er Jahre darstellt, war als mitreißender Musiker gleichwohl von inneren Dämonen geplagt. Drogenexzesse und eine selbstzerstörerische Tendenz, als auch Konflikte mit staatlichen Behörden, das ist die andere Seite Morrisons, welche auch durch seine Lieder zum Ausdruck gebracht wird.
Die musikalische Begleitung ist dabei ebenso fesselnd wie ausführlich, dass man einen rasend schnellen, aber doch auch tiefen Einblick in den Mikrokosmos der Morrisonschen Lieder erhält, welche im übrigen lyrisch wie musikalisch auf bewegende Weise dargeboten werden. Die Große Geste der Verneigung vor dem Musiker selbst liegt zweifellos in der Aufführung dieses Werkes, das mit Liebe zum Detail, Emotionen und Klang in 80 Minuten ein Kunstwerk vollführt, das der Morrisonschen Liebe zur Musik vollstens gerecht wird.

