Wie können Medien in unsicheren Zeiten Orientierung geben und demokratische Werte vermitteln? Ein Besuch bei den Medientagen eröffnet neue Perspektiven.
von Marlene Beilharz; Bild © Medien.Bayern GmbH / Alexander von Spreti, Sebastian Widmann, Tom Brunner
WTFuture?!
In diesem Jahr war ich zum ersten Mal bei den MEDIENTAGEN MÜNCHEN, dem jährlichen Event der Münchner Medienbranche. Unter dem diesjährigen Motto WTFuture?! gab es auf der Konferenz interessante Talks zu Journalismus, Podcasts, Radio, Gaming und vielem mehr. Auf dem Mediengipfel führten die Speaker*innen in das vielseitige Programm ein und diskutierten über die Herausforderungen der Medienbranche in der aktuellen Weltlage. Wie können die Medien demokratische Werte schützen? Wer entscheidet über Sichtbarkeit, Reichweite und Inhalte? Wie werden die verschiedenen journalistischen Formate in Zukunft aussehen? Es ging um deren Wandel in Darstellung und Rezeption, um Social Media, die Freiheit im Journalismus, die Gefahr von Fake News, die Möglichkeiten von KI und die damit verbundene Verantwortung.
Die kostenlose Career-Messe
Für Studierende, Quereinsteiger*innen, Schüler*innen, Auszubildende und Interessierte fand neben der Konferenz die kostenlose Messe Media for You statt. Hochschulen, Rundfunksender, Verbände präsentierten sich und neben einem unterhaltsamen Bühnenproramm mit Spielen, Live-Berufsvorstellungen, Talks mit Medienmacher*innen, Streamer*innen, Influencer*innen gab es die Möglichkeit, Medienberufe selbst auszuprobieren. Hier konnten sich Besucher*innen beispielsweise an Moderation versuchen, Podcasts aufnehmen, ihre Kamerapräsenz testen, spielerische Berufstests absolvieren, sich in Character Design ausprobieren oder ihr Auge für Fake News schulen. In einem Fotostudio wurden kostenlose Bewerbungsfotos geschossen. Karriere- und Bewerbungscoachings, Workshops oder persönliche Gespräche vermittelten Wege und Einstiegsmöglichkeiten in die Medien, neue Skills oder gaben Einblicke in die Arbeitswelt. An den einzelnen Stationen konnte man Stempel sammeln und an Gewinnspielen teilnehmen. Und wer sich in den drei Tagen noch nicht genug vernetzt hatte, konnte bei der Party mit DJ, Drinks und einem Networking-Bingo weitere Kontakte knüpfen.
Diversität in den Medien
Zu dem Thema WTFuture?! gehörten auch Diversität und Inklusion. Die Panels der Medientage selbst waren erfreulicherweise sehr multikulturell und integrativ. In einem Talk wurden beispielsweise die Vor- und Nachteile besprochen, seinen eigenen kulturellen Background bei einer Bewerbung mit in die Waagschale zu werfen. Einerseits bringt man vielleicht besonderes Wissen oder spezielle Perspektiven mit und hat so bessere Chancen auf einen Job, andererseits sind Rassismus oder klischeehafte Beurteilungen leider auch in der modernen Medienwelt noch längst nicht verschwunden. Hier und in anderen Vorträgen ermutigten die Speaker*innen das Publikum, auf individuelle Stärken zu vertrauen und das eigene Ziel zu verfolgen. Neben handwerklichen Skills für den Einstieg, z.B. ins Streaming, wurden auch Gefahren von Vereinsamung oder Druck in der schillernden Welt der sozialen Medien thematisiert. Beschäftigte aus der Branche diskutierten über Barrierefreiheit im Gaming und präsentierten Lösungen, die auch Menschen mit Behinderung die Teilhabe ermöglichen.
Eine lohnende Veranstaltung
Die MEDIENTAGE MÜNCHEN sind ein wichtiges Event, um sich über die aktuelle Lage der Medien und ihre Entwicklung zu informieren. Bei der Messe kann man sich in verschiedenen Medienberufen ausprobieren und ohne Leistungsdruck seine Fähigkeiten testen, Kontakte knüpfen und neue Skills erlernen. Mein erster Besuch bei den Medientagen hat Spaß gemacht, mir neue Einblicke gegeben und sich auf jeden Fall gelohnt. Ich freue mich aufs nächste Jahr.

