Nach Kampfflugzeugen bringt Regisseur Joseph Kosinski nun Sportwagen auf die Leinwand. In einem epischen Rennfilm überrundet die Kameratechnik die langweilige Handlung. Schnallt euch an!
Von Jonas Hey; Bilder © Warner Bros
Mitten in der Nacht wummern die Rennautos über die legendäre Daytona-Rennstrecke. Dort gelingt es dem alternden Rennfahrer Sonny Hayes (Brad Pitt) bei einem riskanten Überholmanöver den Sieg einzufahren. Einst ein erfolgreicher Formel-1-Fahrer, reist Hayes nach einem schweren Unfall nun von einem mittelklassigen Rennen zum nächsten. Da bietet ihm sein alter Teamkamerad Reuben (Javier Bardem) einen Platz in der Formel 1 an. So beginnt der Rennfilm „F1“ und eigentlich ist schon klar, wie der Film ausgeht.
Der perfekte Mann für die Werbung
Der rasante Film geht auf das Konto von Joseph Kosinski, der zuvor „Top Gun: Maverick“ drehte und dabei Kameras in den Cockpits von Kampfjets installierte. Also ein Mann, der neue technische Möglichkeiten auslotet, um den Zuschauer noch näher an das Geschehen zu bringen. So sitzt man im Kino im Rennwagen und spürt die Vibration und die Geschwindigkeit des Autos. Die Aufnahmen von den Rennszenen sind echt, denn sie wurden 2023 und 2024 auf den Rennstrecken vor echtem Publikum gedreht. Doch zugleich sollte klar sein, dass man sich einen Imagefilm für die Formel 1 ansieht.
Nicht nur muss die Rennleitung jeweils die Genehmigung für die Drehs auf der Strecke geben. 40 Millionen Euro soll die Formel 1 für die Werbung im Film bezahlt haben. Die vielen Mercedes-Logos sind Ausdruck davon, dass der deutsche Autokonzern die fiktiven Rennwagen auf eigene Formel-2-Karossen aufgebaut hat. Trotz der offensichtlichen Werbung für die Sportmarke bleiben die Fahrtszenen beeindruckend.
Abziehbilder als Hauptfiguren
Im Film trifft Hayes schließlich auf den bisher erfolglosen Nachwuchsfahrer Joshua Pearce (Damson Idris), woraus ein Spannungsverhältnis zwischen Alt und Jung entsteht. Außer Arroganz haben beide Figuren allerdings keine erkennbaren Schwächen. Als strahlende Helden sind sie so flach wie Panini-Bildchen. Hinzu kommt eine Affäre von Hayes mit der Chefmechanikerin Kate (Kerry Condon). Statt einer starken Frauenrolle bekommen wir eine hübsche Frau, die Hayes umschwärmt. Die Handlung zieht von einem Rennen zum nächsten, wo Punkte gesammelt und Risiken eingegangen werden. Doch die Figuren bremsen den Film wie abgefahrene Reifen.
Ein Film vom Fließband
Der Film geht natürlich gut aus, Hayes gewinnt vorhersehbar das letzte Rennen. Wie könnte es auch anders sein. Der Tod von einem Fahrer hätte sicher für Spannung, aber weniger gute Werbung gesorgt. Neben der Kameratechnik besticht der Film durch bombastische Filmmusik von Altmeister Hans Zimmer. Der Film erinnert etwas an die Godzilla-Filme: spannende Action, wenn nicht die Menschen vorkommen würden. Damit passt der Film perfekt in unsere Zeit, in der es oft darum geht, ein Produkt zu vermarkten und nicht etwa eine gute Geschichte zu erzählen.
Der Film feierte am 16. Juni Premiere und kam am 25. Juni 2025 in die deutschen Kinos. Der Film wird in Deutschland von © Warner Bros vertrieben.

