Philteratur

Der Philtrat-Buchadventskalender!

Es ist der 24. Dezember: Wir wünschen euch Frohe Weihnachten und eine tolle Zeit im Kreise eurer Liebsten. Bevor wir uns in die Weihnachtspause verabschieden, möchten wir euch noch unseren diesjährigen Adventskalender zur Verfügung stellen. Der war eine Instagram-Aktion, in deren Rahmen wir täglich eine Buchempfehlung aus den Reihen der Redaktion, unserer Leser*innen sowie diverser Hochschullehrer*innen veröffentlichten. Sie ist nun auch hier auf unserer Website einsehbar.

Zusammengestellt von Amalia Rohrer und Husham Fellaih; Illustration von Annika Stanitzok

1. Dezember – Michail Bulgakow: Meister und Margarita 

„Schräg und zugleich humorvoll, mystisch-tiefgründig, als auch fantastisch bis verwirrend. Bulgakows Meister und Margarita lässt sich zwischen diesen Wortpaaren verorten, und ist trotz dessen (oder vielleicht deswegen?) auch ein sehr Schöner Weihnachtsroman. Unterhaltung fehlt in diesem Roman sicher nicht.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Husham Fellaih, philtrat

2. Dezember – Jeanette Winterson: Oranges are not the only fruit

„Erstmals Veröffentlicht 1985 sind die Themen die sie hier anspricht, relevant wie eh und je – vielleicht sogar noch relevanter jetzt in der Vorweihnachtszeit. Winterson schreibt in wunderschöner Poetik und britischem Humor über das Aufwachsen einer jungen queeren Frau in einem erdrückenden, streng religiösen Haushalt, schreibt von Kontrollsucht und Ausgrenzung, aber auch von Liebe und Selbstfindung. Rundum eine Empfehlung!“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Annika Stanitzok, philtrat

3. Dezember – Albert Ostermaier: Für den Anfang der Nacht. Liebesgedichte

„Albert Ostermaiers Gedichte sind Für den Anfang der Nacht, die Mitte des Tages oder das Ende des Winters. In diesem Band kommt die Liebe mal als Beziehungsweise, mal als paarweise und manchmal unglücklicherweise. Alle, die sich zwischen Wortspielen und Liebesspielen zuhause fühlen, sind bei Ostermaier genau richtig.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Amalia Rohrer, philtrat

4. Dezember – Louisa May Alcott: Little Women 

„Wenn man sich fragt, was man während der Feiertage für seine Nächsten tun kann, liefert dieses Buch herzerwärmende Antworten, verpackt in kleine Geschichten aus dem Alltag einer Familie: Ein in den Krieg gezogener Vater, eine selbstlose Mutter und vier Töchter Versuchen mit allen Mitteln, sich gegenüber der Welt beweisen.“

Bewertung 5/5

Empfehlung von Daria R., philtrat

5. Dezember – Juan S. Guse: Miami Punk

„Der Atlantik hat sich von den Küsten Floridas zurückgezogen. Davon ausgehend entfaltet sich die labyrinthische Handlung des Romans: die Behörde 55, der spiritualistische Kongress, ein E-Sport-Team aus Wuppertal, ein Pizzalieferantenimperium, die letzten Gedanken fallender Möbel und mehr. Ein wirklich irres, irre gutes Buch.“

Bewertung: 4/5

Empfehlung von Benny Leucht, philtrat

6. Dezember – Tim Burton: The Melancholy Death of Oyster Boy and other Stories

„Skurril, düster, außergewöhnlich. Die makabren, kurzen Gedichte sind schnell zu lesen und die originellen Illustrationen lassen einen noch besser in das düstere Ambiente eintauchen. Für Tim Burton Fans definitiv ein Muss, ebenso für alle, di eine Ästhetik abseits des Mainstreams suchen. Trotz oder gerade wegen des typischen Tim Burton Stils haben die oft tragischen Geschichten auch Witz.“

Bewertung: 4/5

Empfehlung von Mirame Kühlwein, philtrat

7. Dezember – John Green: Eine wie Alaska

„Ein Meisterwerk an Metaphern und Wortspielen, welches mir gezeigt hat, dass Normen nicht dazu da sind, um an Ihnen festzuhalten. Sprachliche Stärke, die dich so sehr in den Bann zieht, dass ein vorher sehbares Ende tatsächlich überrascht.“ 

Bewertung: 4½/5 

Empfehlung von Leonie Stoll, philtrat

8. Dezember – Yukio Mishima: Der Tempelbrand

„Das auf einem realen Tempelbrand basierende Buch behandelt den inneren Konflikt des jungen Novizen Mizoguchi, der unter Stottern und tiefen Selbstzweifeln leidet. Mishima zeigt eindrucksvoll, wie sich Mizoguchis Obsession an der Schönheit des Goldenen Pavillons festsetzt. Das Werk schildert innere Konflikte aus einer shintoistisch-buddhistisch geprägten Denkweise. Der Roman bietet dadurch Einblick in komplexe psychologische Perspektiven auf Ästhetik und Selbstwahrnehmung.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Alexander, philtrat-Leser 

9. Dezember –Nora Markard/Ronen Steinke: Jura not Alone. 12 Ermutigungen die Welt mit den Mitteln des Rechts zu verändern 

„Das 2024 erschienene Buch hält, was der Untertitel verspricht: Es macht Mut, indem es von Menschen erzählt, die auf das Recht vertrauen und erfolgreich für eine gerechtere Welt streiten. Ein wahrhaft weihnachtliches Buch für alle, die sich nach guten Nachrichten und begründeter Hoffnung sehnen. Spannend und anschaulich geschrieben.“ 

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Dr. Christina Ehring. Hochschulseelsorgerin und Studierendenpfarrerin, Evangelische Studierendengemeinde an der LMU (ESG München). 

10. Dezember – Claude-Lévi Strauss: Traurige Tropen

„Ein zweifellos sehr melancholisches Buch. Zwischen ethnographischer Beobachtung und Reisebericht reflektiert es Mythen, Kultur und Gesellschaft. Ein Buch so schön wie manch Gemälde, und dabei sehr zugänglich, nicht trocken wissenschaftlich, sondern tief poetisch.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Husham Fellaih, philtrat

11. Dezember – Laetitia Colombani: Der Zopf

„Von Kanada über Italien bis nach Indien: Auf eindrucksvolle Weise nimmt uns die Autorin Laetitia Colombani mit auf die Reise drei verschiedener, aber gleichsam tapferen Frauen und ihre Schicksalsschläge. Ein Roman über Mutterliebe, Geschäftsfrauen und Überlebenskampf.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Elisabeth Fuchs, philtrat

12. Dezember – Bernardine Evaristo: Girl, Women, Other

„Sehr schöner Roman über 12 Frauen und die ergreifenden Erfahrungen von Schwarzen Briten. Alle Stränge verfolgen Self-Made-Women und deren Leben, mit allen Erfolgen und Herausforderungen. Feminismus in allen Facetten und die Stärke von schwarzen Frauen sind sowohl herzergreifend als auch lehrreich. Evaristos Stil hat zurecht den Buchpreis gewonnen. TW: SA, drugs.“

Bewertung: 4/5

Empfehlung von Lea, philtrat-Leserin

13. Dezember – Stephen King: Die Augen des Drachen

Der Friedhof der Kuscheltiere, Carrie, Es, – Stephen King ist für seine Horrorromane bekannt. Doch manchmal zeigt er auch ein Händchen für Fantasy. In Die Augen des Drachen erzählt der Autor eine überraschend fesselnde Abenteuergeschichte voller Zauberei, Zwist und Heldentum. Dabei ist das Buch ein purer Zufall: Kings Tochter Naomi mochte Papas Horror nicht besonders. Grund genug, dass er etwas Neues Wagte.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Pavel Fridrikhs, philtrat

14. Dezember – Nelio Biedermann: Lázár

„Nelio Biedermanns Roman Lázár, ein Text der Unterhaltungsliteratur mit künstlerischem Anspruch verbindet; daher teilt sich der Autor den Titel „der Zauberer“ mit einem Lübecker Schriftsteller. Es ist spannend zu sehen, wie Biedermann die Leserschaft auch in der Germanistik spaltet. Hört auf mich: Uns wird da in einigen Jahren noch ziemlich etwas erwarten…“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Dr. Kay Wolfinger, Institut für Deutsche Philologie. LMU München

15. Dezember – Olga Grjasnowa: Juli. August. September

„Olga Grjasnowas neuester Roman erzählt von einer russischen Jüdin oder jüdischen Russin in Deutschland. Zerrissen zwischen ihren verschiedenen Identitäten und unglücklich verheiratet begibt sie sich auf eine Familienreise, auf der sie trotz aller Widersprüche zu sich finden kann.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Elisabeth Fuchs, philtrat

16. Dezember – Susana Monsó: Playing Possum. How Animals Understand Death

„Was wissen Tiere über den Tod – und was können wir von ihnen über unser eigenes Verhältnis zur Sterblichkeit lernen? Eine scharfsinnige, emotionale und überraschend humorvolle Studie über scheintote Ameisen und trauernde Wale. Ein faszinierender und empathischer Einblick ins Seelenleben der Tiere.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Prof. Dr. Sebastian Gäb, Inhaber der Professur für Religionsphilosophie. LMU München

17. Dezember – Romana Romanyschyn/Andrij Lessiw: Sehen

Sehen von Romana Romanyschyn und Andrij Lessiw ist ein bezauberndes Bilderbuch für Kinder und Erwachsene! Die ukrainische Originalausgabe erschien 2017 und wurde 2021 ins Deutsche übersetzt. Es ist ein unterhaltsames Sachbuch, ein visuelles Kunstwerk und eine Einladung, über unsere Wahrnehmung der Welt nachzudenken.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Jun.-Prof. Dr. Svetlana Efimova, Juniorprofessorin für Slavische Literaturwissenschaft und Medien, Slawische Philologie, LMU München

18. Dezember – Blaise Pascal: Gedanken 

„Dieses Buch passt zur Saison, ist voll mit interessanten Gedanken über Religion, Philosophie und Skeptizismus und hat am Ende die berühmte ‚pascalische Wette‘. Das habe ich meinem Vater empfohlen und er hat es auch sehr genossen.

Ich bewerte es aber nur mit 4 von 5 Sternen, weil Gott nicht wirklich existiert (wahrscheinlich). :)“

Bewertung: 4/5

Empfehlung von Prof. Dr. Peter Adamson, Inhaber des Lehrstuhls für Spätantike und Arabische Philosophie, LMU München

19. Dezember – Thomas Bauer: Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt

„Ein Essay, der zur Reflektion über Ambiguitätstoleranz anregt. Ihre Bedeutung, ihre Grenzen, die der anderen – und die eigene.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Prof. Dr. Carsten Reinemann, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, LMU München

20. Dezember – Sebastian Haffner: Abschied

„Jahre nach seinem Tod wird das wohl persönlichste Buch des Historikers Sebastian Haffner veröffentlicht: die letzten 24 romantischen, tiefen, poetischen Stunden, die ein Liebespaar gemeinsam in Paris verbringt, bevor der Zweite Weltkrieg die beiden auf Jahre trennen wird.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Pauline Graf, philtrat

21. Dezember – Didier Eribon: Eine Arbeiterin. Leben, Alter und Sterben

„Didier Eribons Bücher schlagen eine Brücke zwischen Belletristik und Soziologie (und eignen sich daher besonders gut, um sie zu verschenken). In Eine Arbeiterin, Leben, Alter und Sterben, rekonstruiert er die von Knappheit und Zwängen bestimmte Biografie seiner Mutter, deren unglückliche Ehe, den Niedergang ihrer Träume. Ein seltenes Portrait einer Frau aus der französischen Arbeiterklasse, dass ich wärmstens zu lesen empfehle.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Prof. Dr. Jasmin Siri, Vertretung der Professur für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie, Institut für Soziologie, LMU München

22. Dezember – Andrzrej Szczypiorski: Eine Messe für die Stadt Arras

„Drei Jahre nach Pest und Hungersnöten kommt es im Oktober 1461 aus ungeklärten Gründen zur berüchtigten „Vauderie d’Arras“, zu grausamen Juden- und Hexenverfolgungen, zu aus dem Ruder laufenden Prozessen und Hetzjagden, zu Brandschatzung und Gewaltverbrechen. Diese Ereignisse bilden den Hintergrund für Andrzej Szczypiorskis großartigen Roman „Eine Messe für die Stadt Arras“. Der Bericht lässt uns teilhaben an einem langsamen Umkippen von kleinbürgerlichem Zorn in den Wahn der Vernichtung – erst der Menschlichkeit, dann der Mitmenschen. Die heutige Leserin wird Seite für Seite von einem wachsenden Schaudern gepackt: denn die Geschehnisse des fernen Jahres 1461 erinnern in beklemmender Weise an Hass und Hetze der Rechtspopulisten unserer Tage“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Apl. Prof. Dr. Christian Schwaabe, Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft. LMU München

23. Dezember – Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men

„Tut sehr unterhaltsam, was der Wissenschaftsrat empfiehlt: gender mainstreaming über alle Disziplinen hinweg. Nach der Lektüre sieht man die Welt anders.“

Bewertung: 5/5

Empfehlung von Prof. Dr. Laura Seelkopf, Inhaberin der Professur für Internationale Vergleichende Policyforschung, Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft, LMU München 

24. Dezember – Jeanette Winterson: Frankissstein 

„Eine Neuinterpretation von Frankenstein: Frankkissstein taucht ein in Mary Shelley’s Leben und setzt ihre Gedanken zu nicht-menschlichem Leben in den Kontext einer gegenwärtigen Liebesgeschichte zwischen einem brillianten, größenwahnsinnigen KI-Wissenschafter und einem jungen transgender Doktor. Der Roman versucht zu ergründen, was Menschlichkeit in einem Zeitalter der Innovation noch bedeuten kann.“ 

Bewertung: 5/5 

Empfehlung von Annika Stanitzok, philtrat

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